2020,  Vietnam

Zurück nach Ninh Binh

Warum zurück nach Ninh Binh. Seid ihr nicht nach Norden geflogen, um Vietnam schnellstmöglich zu verlassen? Was ist passiert?

Ganz einfach: Während der Süden Vietnams uns nicht viel zu bieten hatte, die Mitte des Landes einfach nur schlimm war, haben wir in Ninh Binh und auf Cat Ba zum ersten mal Wow-Erlebnisse gehabt und auch zum ersten mal für etwas bezahlt, was dann auch das war, was man gekauft hatte.
Außerdem war die Unterkunft in Ninh Binh (genauer gesagt Tam Coc, davon reden wir eigentlich, wenn wir Ninh Binh sagen) unheimlich schön und wir überlegen, dort noch ein paar Tage zu entspannen. Gleichzeitig entsteht die Idee, eventuell doch noch mal nach Süden zu fahren. Diesesmal mit dem Zug. Vielleicht mit dem Endziel Hué, wo auch ein tolles Hotel war und mit einem Stopp auf dem Weg im Phong Nha Nationalpark.
Irgendwie fühlt es sich so an, als wollten wir Vietnam noch eine zweite Chance geben. Und aus heutiger Sicht (2 Wochen danach) möchte ich sagen: Zum Glück. Wären wir nach nur 1,5 Monaten abgereist, hätten wir sicher Vietnam nie mehr besucht. Nun aber können wir es uns wenigstens vorstellen.

Aber von vorne: Wir buchen unsere Rundfahrt mit Cat Ba Discovery um und fahren zurück nach Tam Coc, zu unserer Freude gemeinsam mit unseren neuen französischen Freunden.


Diesesmal haben wir einen Busfahrer, der vollkommen unnötiger Weise meint, er müsse mit dem Bus durch sämtliche Dörfer brettern. Laut hupend und zweimal wirklich haarscharf am Tod einiger Radfahrer vorbei. Das ist normal für Vietnam, aber eigentlich nicht für dieses Unternehmen. Leider dadurch nicht mehr hundertprozentig zu empfehlen. Jedoch fehlt es an Alternativen und in dem Fall geht die Gefahr eher für die anderen Verkehrsteilnehmer aus, als für uns.

In Ninh Binh werden wir mit „oh you again“ freudig begrüßt und wir beziehen unseren wunderschönen Bungalow.
Danach kommen wir ins Gespräch mit einer kanadischen Rentnerin, die sich erkundigt, warum man uns bereits kennt.



Nach 2 Stunden quatschen, treffen wir uns mit unseren Freunden in unserem Lieblingsrestaurant von Linh Chi Family und quatschen bis lange nach Geschäftsschluss.

Am nächsten Tag wandern Ute und ich hinten aus dem Ort hinaus und biegen auf die Reisfelder ab, die gerade nicht bestellt sind. Dort essen wir in einem Restaurant, das was unsere Nachbarn bestellt haben und sie unser Essen… man nimmt halt was man kriegt … und dann spazieren wir über die Felder bis zum Tempel, der in einer Höhle angelegt ist. Durch einem kleinen Spalt neben dem Tempel kann man durch die Höhle dahinter zu weiteren Tempeln wandern, die sich in der Höhle und auf dem Berg dahinter befinden.

Dann versuchen wir zu der Treppe zu gelangen, die rechts neben dem Tempel auf einen Berg führt und nach einem Tipp einer Reisenden finden wir den Weg vom Parkplatz unten und gelangen über eine leichte Kuppe in ein wunderschönes stilles und sehr grünes Tal mit einem See und Ziegen darin. Es ist absolut idyllisch.



Nach diesem Tag laufen wir zurück und treffen uns natürlich mit unseren Freunden in unserem Versteck, wie sie es nennen und sie bringen Danielle mit, eine Kanadierin, die in Paris lebt. Es wird wieder ein sehr langer Abend.

Am Tag 3 nehmen wir einen Roller um nach Ninh Binh zu fahren, was ca 9 km entfernt liegt. Wir wollen uns Zugtickets nach Dong Hoi. 1 Stunde vom Nationalpark entfernt und zu unserer Freude ist Yvi aus Hué auch noch einmal dorthin gefahren uns jetzt bereits da, so dass wir uns doch noch einmal wieder sehen.
In Ninh Binh kaufen wir ein neues USB Ladegerät, das die Steckdose unserer letzten Unterkunft geschrottet hat.

Ansonsten gibt es hier nicht viel zu sehen. Also fahren wir noch einmal oben um die Karstlandschaft herum. Werden sehr agressiv vor einer Tempelstadt, die wir überlegt hatten, dazu genötigt bezahlt zu parken, was wir nicht wollen und beschließen dann nach kurzem Googeln, dass sich der Besuch nicht lohnt. Da unser Sprit nicht mehr ausreicht, müssen wir auch die weitere Tour zum neuen riesigen Buddha Tempel, der eher ein Disneyland für Asiaten ist, abbrechen und fahren statt dessen verfrohren nachhause unter die Dusche, bevor wir uns abends mit den drei anderen wieder in unserem „Versteck“ treffen.


Wir bleiben wieder lange und irgendwann muss Danielle los in ihren Lovetrain (der heißt wirklich so) nach Da Nang.
Das Wifi Passwort „I love you“ könnte zu schrägen Situationen führen, stellen wir fest, sollte ihr Bettnachbar fragen, ob sie das Passwort wisse.
Außerdem starten wir gemeinsam die Ninh Binh Challange, da die drei heute in dem Tempel waren, vor dem wir wegen Spritmangels umgedreht haben und eine Besucherin sie gefragt hatte, ob sie von ihr ein Bild in Yogapose vor dem Tempel machen könnten. Als Arthur auf einem weiteren Bild versucht die Pose nachzumachen sind die Lacher groß und die Herausforderung geht innerhalb unserer Familien Viral und wir bekommen viele Bilder geschickt.
Wir lachen viel und für uns übrige wird s natürlich wieder spät.

Tag 4 beschließen wir mit unseren Freunden zu verbringen. Und so wandern wir gemeinsam in ein Gebiet, das direkt an unseren Ort grenzt, und das man vom Drachenberg aus sehen kann. Wir haben des gestern noch schnell mit dem Roller erkundet und so wissen wir, dass es sehr ruhig und idyllisch zwischen Reisfeldern liegt und als es leicht zu regen anfängt, wissen wir, wo eine Höhle ist, aus der man die Ruderer beobachten kann, die die Touristen aus Tam Coc vorbei rudern.
Danach schlendern wir durch die Felder und gehen von hinten um den Tempel herum, in dem zu unserer Überraschung hunderte von Pappmaché Pferden und Elefanten stehen.


Als wir auf der Fläche davor, abseits des Tempels gemeinsame Erinnerungsfotos schießen wollen, unter anderem natürlich auch die Ninh Binh Challenge, beginnen die Gläubigen hinter uns ein Pferd nach dem anderen aus dem Tempel herauszutragen und anzuzünden.
Es wird zuvor über die Bühne getragen, auf der zuvor noch getanzt wurde, wahrscheinlich wird es geweiht und dann im Feuern in den Himmel geschickt und wahrscheinlich wieder zu Ehren der Ahnen, die da oben sitzen und sich über ganz viel verbranntes Plastik und Pappmaché freuen.
Ein nicht enden wollender Zug an zu verbrennenden Pferden und Elefanten wird an uns vorbeigetragen, während wir springen und hüpfen um ein einziges Photo zu bekommen, wo mal alle in der Luft sind. Kann doch nicht so schwer sein!



Auch wenn es schon dunkel wird wandern wir aber dennoch mit den beiden auch noch einmal die 4 km zu dem Tempel in der Höhle, wo wir schon vor 2 Tagen waren und beschließen danach heute einmal woanders zu essen. Dann machen Ute und ich uns auf zum unserem Hotel, um unser Gepäck zu holen, denn heute ist unsere Abreise.
Wir haben gedacht wir sparen uns ein Schlafwagenabteil und schaffen die 8 Stunden auch im sitzen. Außerdem fahren wir bei Nacht, dann sparen wir noch eine Übernachtung.



Es gibt eine herzliche Verabschiedung und wir sind traurig, dass die gemeinsame Zeit vorbei ist.



Als wir mit dem Taxi in Ninh Binh ankommen und in den Zug steigen, sind wir nicht sicher, ob das eine gute Entscheidung war, besonders in Anbetracht des Viruses, denn im Zug wird überall gekeucht und geschnupft, die Leute sind dieses mal sehr unhygienisch, eine Kakerlake rennt über meinen Sitz, als ich mich setzen will, nachdem erst der Schaffner einer recht schmutzigen Vietnamesin erklären muss, dass sie unseren Platz räumen muss. Das Zugpersonal ist trägt komplett Atemschutz und Handschuhe, bis auf der Bahnbeamte, der die Suppe verteilt und die ganze Zeit in den Suppentopf niest.
Nach einer Nacht mit wenig Schlaf und wenig Luft hinter den Atemschutzmasken, für die ich unglaublich dankbar bin, hundertprozentiger Schutz hin oder her, erreichen wir Dong Hoi um 7 Uhr in der Frühe.



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