2020,  Unterwegs,  Vietnam

Da Lat – in den Bergen

Da Lat liegt in den Bergen und ist natürlich wieder ein Rückzugsgebiet der wettergebeutelten französischen Kolonialisten. Das spürt man an jeder Ecke. Überall Cafes und eher europäischer Baustil. Durch die Architektur und die Pinienwälder könnte man auch genauso gut in den französischen Alpen stehen.


Die Fahrt in die Berge

Von Mui Ne aus sind wir mit dem Taxi nicht zum Bahnhof gefahren, an dem wir in angekommen sind, sondern zu dem Bahnhof auf der Hauptstrecke nach Hanoi, der ca 28 km entfernt lag. Dort sind wir mit dem Zug vier Stunden nach Norden gezuckelt, nach Nha Trang. Eine Stunde später fuhr bereits ein Sleeper Bus von Futa in die Berge und sie haben uns noch rechtzeitig zum Busbahnhof ausserhalb Nha Trangs geshuttelt und schon sind wir in unseren Schlafkabinen mit Fernseher und Liegen auf dem Weg durch die Serpentinen in die Berge.
Wie er gefahren ist, kann man ausrechnen. Geplante Zeit 4 Stunden. Ankunft mit Pause nach knapp 3 Stunden. Immerhin bei der Hinfahrt hat keiner gekotzt, aber wir sind froh, dass wir diesen Weg gewählt haben, statt die direkte 8 stündige Anfahrt über Saigon.



Infos:
Zug Mui Ne nach Nha Trang: Es gibt keinen direkten Zug. Die nächstgelegene Station auf der Hauptzugstrecke nach Norden ist Binh Thuan. Fahrtzeit 3.45 Soft Seat ca 213.000. Taxi Mui Ne zum Bhf 28 km. ca 300.000 mit MaiLinh (MaiLinh App)
Bus Nha Trang nach Da Lat: FUTA BUS. Shuttle von FUTA BUS Office (5 Min vom Bhf zu Fuß) zum großen Busbahnhof kostenlos. Kosten 135.000. Sleeper Bus. Viele Serpentinen. (Versuch einen Platz am Fenster zu bekommen, da du in der Mitte nicht raussehen kannst. Die Sitzplatzbelegung online, entspricht nicht der im Bus. Fensterplatz Bus ist nicht gleich Fensterplatz online)

Die Stadt des ewigen Frühlings

Café in Form einer Blüte auf der Plaza

In Da Lat dreht sich alles um den Obstanbau und Blumen. Die Bäume in der Stadt blühen im Dezember und Januar, weshalb sie auch die Stadt des ewigen Frühlings genannt wird und von Verliebten und denen die darüber hinaus sind besucht wird. Typisch asiatisch, heisst das auch eine Menge Kitsch und überall fest installierte Instragram Spots. Da sich die Asiaten sowieso vor alles zum Posen postieren, hat man das um Da Lat herum zu einem florierenden Geschäft gemacht. Überall gibt es Kaffeefarmen oder ähnliches wie das Love Valley, wo es nur darum geht Fotos zu machen und Eintritt zu nehmen. Fotos sind dann z.B. eine in den Himmel führende Treppe, offene Fensterrahmen, Inifitipools mit einem Kaffeetisch am Rand und vieles mehr. Das sei vorab erwähnt. Hat aber mit unseren Interessen wenig gemein, so dass wir das weitestgehend ignoriert haben.



Aber dennoch hat die Stadt einen ganz eigenen Charme. Vielleicht weil sie so anders ist. Der große See in der Mitte ist genauso wie die Alster in Hamburg aufgestaut und es gibt viele Parks und überall werden aus Blumen Figuren gepflanzt, bzw werden Blumentöpfe so arangiert. Wie in Hamburg der Glühwein, gibt es hier überall warme Sojagetränke in verschiedenen Geschmacksrichtungen mit kleinen Gebäckteilchen dazu. Alles sehr lecker oder mindestens interessant. Abends muss man sich sehr warm anziehen, denn die Temperaturen sinken von tags um die 27 Grad, gegen 17 Uhr runter auf 11-16 Grad. Das macht den besondern Rythmus in dieser Stadt aus. Ausserdem sehen Vietnamesen in dicken Pullis und mit Felljacken in groß und klein total süß aus.

Die Stadt beherbergt, wie gesagt, viele Blumenparks und Ausstellungen, aber auch galoppierende Pferde die Cinderella Kutschen ziehen, eine Plaza auf der bei unserer Ankunft Schüler den ganzen Tag Tänze aufführten und auf der die anderen Tage Kinder auf Elekrolspielzeugen herumbrausten und unter dessen Oberfläche sich unsichtbar ein großes Einkaufszentrum mit Supermarkt befindet.

Oben drauf architektonische Bauten, natürlich in Blütenform. Eins beinhaltet ein Cafe und eins das Kino. Für uns waren die Massagestühle und das Popcorn dort von großem Interesse nach einem langem Tag mit viel Laufen.

Am ersten Abend erkunden wir den Nachtmarkt. Hier kann, so man möchte, recht günstige warme Kleidung kaufen und allerlei Dinge probieren. Überall gibt s Erdbeeren (Achtung, oft mit Chilli und Fischsoße), die besagten Sojagetränke und am Wochenende werden sogar große Teile für den Verkehr gesperrt. Auf dem Nachtmarkt drängen sich leider Unmengen an Rollern durch die Stände, was es zu einem sehr unentspannten Schlendern macht.

Hinter der Bühne vertreiben sich die Kinder die Zeit mit Hüpfspielen, während sie auf ihren Auftritt warten. Ich wurde eingeladen mitzumachen.

Schlemmen in Da Lat

Generell hatte Da Lat eine Menge kulinarische Kostbarkeiten zu bieten. Wirklich schöne Cafés, eine tolle Pizzeria, Local Küchen mit Frühlingsrollen zum selber rollen, warme Sojagetränke und vieles mehr.
Es gibt aber auch eine Labyrinthbar, in der du über dutzende Ebenen herumirren kannst, um überall kleine Sitznischen und Dachgärten und Balkone zu finden.
Dem Thema und unseren Tipps haben wir hier eine eigene Seite gewidmet.

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Crazy House

Am nächsten Tag gehen wir ins Crazy House. Eine Einwohnerin hat hier ein riesiges Gebilde im Sinne von Gaudi oder Ähnlichem gebaut, in dem man wohnen aber auch einfach über hunderte Brücken und Tunneln herum laufen kann. Wirklich ein Crazy House und den Eintritt von 40.000 auf jeden Fall wert. Auch die Besucherzahl verläuft sich ganz gut. Hat uns gut gefallen. Bilder zum Crazy House

Wasserfälle und Rodelbahnen

Wir haben uns einen Roller für 100.000 gesucht und sind in die Umgebung Da Lats gefahren. Denn die Stadt ist umgeben von Wasserfällen und Gewächshäusern in denen Blumen, Früchte und Gemüse gezüchtet wird.

Von den Wasserfällen in der Umgebung haben wir uns drei angeschaut, die ganz unterschiedlich waren. Elephant Falls, die Datanla Wasserfälle und Vientams größten Wasserfall den Pongour Wasserfall, der zwar 50 km entfernt lag, dafür wunderschön ist. Den Prenn Wasserfall haben wir uns aufgrund der Tierquälerein vor Ort gespart. Alles über die Wasserfälle um Da Lat.

Infos Rollermiete:
Roller manuell ab 80.000 Automatik ab 100.000 für 24h.
Empfehlung: Anh Son (Duong Bui Thi Xuân) Sehr nett, guter Preis, gutes englisch.

Da Lat selbst beeindruckt durch seine Pinienwälder und teilweise sehr europäischen Baustil. Die Franzosen zogen sich, wie oft in Asien, zu Erholung gerne an höher gelegenere Orte zurück, an denen ihnen das Klima besser bekam. Das sieht man auch überall in Da Lat. Das French Quater hat uns zwar nicht umgehauen, aber der alte Bahnhof ist wirklich ganz hübsch gemacht. Man darf aber auch nicht zu viel erwarten. Letztenendes ist es weiterhin eine vietnamesische Stadt. Spannend war auch die kleine exrem steile Straße, die für Fußgänger an der Seite Stufen hat und an der Rollerfahrer alle extrem viel Anschwung nehmen und Einheimische versuchen Touristen zu stoppen, da man viel Erfahrung braucht, um nicht zu stürzen.

Bahnhof Da Lat



Infos Bahnhof Da Lat:
Eintritt 10.000 Parken 3.000 Man kann mit den Bahnen auch fahren. Infos gibt s im Bahnhof.

Lohnt sich Da Lat ?

Ja, absolut ja. Es gibt natürlich hier auch Lärm und viel Verkehr, aber längst nicht so viel wie anderswo. Gerade mit einem Roller unterm Hintern gibt es genug zu entdecken, selbst wenn man die ganzen kitschigen Dinge und Instagramspots überspringt, die eindeutig für Chinesen, Vietnamesen und deren Ästhetik gemacht wurde, wie z.B. das Love Valley.
Alleine schon die Möglichkeit, hier einen langen Spaziergang um den See machen zu können und die Blumen überall zu bestaunen oder auf der Plaza überm Einkaufszentrum den Einheimischen beim täglichen Treiben zuzuschauen ist sehr schön. Außderdem gib es viele Cafes und soviel anderes zu probieren.

Und ja auch hier gab es negative Dinge. Nichtsdestotrotz sind wir ja immer noch in Vietnam: Als wir bei einem Stand vorbei gehen und wir – wie immer gefragt werden, ob wir etwas kaufen wollen und kurz stehen bleiben, dann aber sagen „no thank you“ – auch wie immer, werden wir von der Veräuferin in übelsten Gossenjargon beschimpft. Mit Mittelfinger, immer wieder mit „Fuck You!“ angeschrien. Das schockiert uns in diesem Moment zutiefst. Allerdings waren wir zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht in Hoi An gewesen, wo es noch viel schlimmer werden wird.
Wie sagte Ute dort. „Wer verkaufen will, muss freundlich sein“
Das sind Einzelschicksale und sind hier wirklich rar.
Deshalb trotzdem: Ja zu Da Lat und wir würden sicher wieder zurückkehren.

Wir verlassen Da Lat leider viel zu früh nach 5 Tagen. Aber da das TET Fest – das Neujahrsfest – vor der Tür steht, gibt es keine Busse und Züge mehr nach dem 16.1., so dass wir entweder drei Wochen hier bleiben müssen, was dann doch zu lange wäre, oder sofort abreisen müssen. Also gehen wir und sind ab dem Moment der Entscheidung, zwei Tage lang recht betrübt, dass wir Da Lat bald verlassen.

Unser Busunternehmen holt uns beim Hotel ab und unsere Hotelbesitzerin wartet mit uns an der Straße, bis wir sicher im richtigen Shuttlebus sitzen. Dann gehts die Serpentinen runter. 4 Stunden Fahrt in 2,5 Stunden. Drei kotzen. Alles Japaner. Uns gehts gut.

Info Hotel:
Wir schliefen im Hotel Moc Trà. Kosten ca 12€/Nacht.
Es gibt in Da Lat unglaublich viele Hotels mit teilweise sehr schönem Blick. Wir wollten in unserem Hotel nur 3 Nächte bleiben und dann was neues suchen, sind am Ende aber geblieben. Das Hotel liegt recht nah an der Innenstadt aber nicht im Szeneviertel (Bezirk1), ist daher ruhig gelegen, zumal es nur durch eine kleine Fußgängergasse erreichbar ist.

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