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Don Det Süd Laos – 4000 Islands im Mekong


Wir haben mehr als 2 Jahre hierher gebraucht.
Wir sind fast eine Woche hier und es ist ein Traum. Ca. die Hälfte der ehemaligen Unterkünfte sind in einem so schlechten Zustand, dass sie wohl nie wieder öffnen. Von den übrigen sind ca 10% geöffnet. Auch großartige Restaurants haben auf. Wie in Pai besteht auch hier der Tag aus essen und chillen. Manchmal Radfahren und viel „Sabadee“ und Kinderhände abklatschen. Heute sind fast keine Menschen auf der Insel, letzte Woche immerhin so ca 40.
Es ist wunderbar grün, statt verbrannt im Sommer. Aber dafür regnet es auch teils ergiebig, besonders weil uns die Ausläufer des Taifun der Philippinen treffen. Egal, muss man halt lauter reden im Restaurant. Das Leben ist schön auf Don Det und zum Glück, ist von Partyisland momentan nicht viel zu spüren.




Erst verabschieden wir unsere neuen Freunde Shishira und Navneeth aus Indien –@thebackpacksters – und dann wechseln wir die Unterkunft und da es brüllend heiß ist zahlen wir tatsächlich horrende 30.000 für ein Tuktuk, damit wir nicht durch die ganzen Wasserlöcher laufen müssen. Der Weg dorthin ist eigentlich ein Personenpfad und dass man überhaupt mit einem Motorrad mit Beiwagen dorthin fahren kann, ist eh schon verrückt.
Aber die Rucksäcke sind schwer, die Herzprobleme immer noch da: So let’s go for it.
Es endet damit, dass wir vor jedem Wasserloch aussteigen müssen und durchlaufen müssen. Dann legt er während des Fahrens beinahe das gesamte Tuktuk auf den Rücken, weil es – as we said – zu schwer ist. Wir hätten also fast im Schlagloch mit den Enten gelegen und das Gerät auf uns. Dann kommen wir am Bungalow an, für den wir uns vorher eingeschrieben haben und er ist belegt, weil… naja seine Frau… sie hat halt das gemacht und nicht nachgeguckt im Buch.
Also laufen wir die Strecke, die wir gerade gefahren sind 3 mal zurück ins Dorf. Neue Unterkunft suchen, wieder hin, die schweren Rucksäcke holen, die wir eigentlich nicht schleppen wollten.


Heute passiert nicht mehr viel. Wir schmausen durch diverse Restaurants und beobachten einen Mönch, der sich eines der Longboote zu einem Renngeschoss umgebaut hat und nun in seinem orangen Umhang über den Mekong donnert. Es ist einer der Partymönche, wie wir sie nennen, die in der Mitte der Insel ihr Kloster haben, welches stets mit lauter Musik die Insel beschallt. Zur Zeit bauen sie dort einen neuen Turm und ein neues Tor.
Außerdem beobachten wir die Laotinnen, die dem Begriff Badetuch eine neue Bedeutung geben, denn während die Männer in Shorts abends an den Fluss gehen, sitzen sie entweder vor Wassereimern im Garten oder gehen in den Mekong, gekleidet nur mit einem dünnen Tuch. Das genug Privatsphäre beim Waschen gibt.

Der Supertaifun trifft auch Laos



Einer der größten Taifune, den es je gab traf die Philippinen. Wir hatten schon einmal starken Regen deshalb, aber heute nimmt der abgeschwächte Sturm wieder Fahrt auf und trifft auf die Küste Vietnams, die teilweise evakuiert wird. Wir wissen nichts davon und bekommen besorgte Anfragen von Zuhause.
Wir wissen nur, dass es stark stürmt, der Strom ständig ausfällt und das Wasser immer höher steigt.
Wir sind nur wenige 100 km von der Küste Vietnams entfernt und somit im Wirbel.
Wirklich schlimm ist es nicht – wir kommen aus Norddeutschland, aber wir wissen nicht wie hoch der Mekong steigen wird. Wir haben ein massives Gebäude und sind im ersten Stock, aber die Kühe auf den kleinen Inseln müssen langsam mal in Sicherheit gebracht werden.
Am Ende sind wir einen Tag ohne Strom, aber sonst ist alles gut. Es kommen sogar mitten in dem Sturm und massivem Regen Gäste mit dem Longboat herüber. So schlimm kann s nicht sein.

Von den Gästen hören wir, dass auf der Fahrt überall Bäume den Weg blockierten und die Straßen überflutet waren. Deshalb beschließen wir, dass die Abfahrt noch einen Tag warten muss. Eigentlich wollten wir morgen (nach einer Woche auf der Insel) abfahren. Zurück nach Pakse, um dort den Loop zu fahren.

Und was machen wir stattdessen? Wir finden neue Bekannte, tauschen wieder wertvolle Informationen und Essen gemeinsam. Wir essen einfach alles was ohne Strom zuzubereiten geht. Und das ist hier ziemlich viel.
Nur die leckeren Smoothiebowls nicht. Dafür gibt es hier ein kleines Mädchen das Samosas für nur 13 Cent das Stück verkauft. Manchmal frage ich mich, wo der Unterschied zwischen dem Hund ist, der vor der Küchentür steht und wartet, und mir der die ganze Zeit nach dem kleinen Mädchen mit den Samosas Ausschau hält.

Leider gehen ohne Strom für die Pumpen auch die Klospülungen nicht. Da käme eigentlich das Klo des Restaurants recht, mit dem großen Schöpfeimer doch dort leben die fetten Spinnen…
Da kann man noch ein wenig warten… bis der Strom wieder da ist… bis morgen früh, ewig wenn s sein muss…

Finaly! Nach einer Woche Dondet merken wir, dass wir in die Gefahrenzone jeder Langzeitreise geraten, nämlich irgendwo hängenzubleiben. Am Ende hätten wir hier noch ein Guesthouse, eine Insel auf der wir Bananen kultivieren und jede Menge Hunde und Katzen. Ne wir müssen weiter. Tatsächlich fällt der Abschied speziell von den Locals schwer. Wir bekommen noch ein Glücksband verpasst, die letzten Smoothiebowls serviert und dann werden wir durch den stark angeschwollenen Mekong auf die andere Seite gebracht. Zurück bleiben Büffel, Katzen, Hühner, Schweine, Hunde, Monsterspinnen, tolle Hosts, Partymönche, Kokosnut Lady, die Hängengebliebenen, die Familien, die hier leben und uns fütterten, bis das Boot auf dem Rückweg in den nun reißenden Strömungen droht zu sinken.


Der Bruder unserer Hotellady fährt uns nach Pakse. In den 2 Stunden lädt er in den Bus jeden, den er am Straßenrand aufgabeln kann, bis wir mir 20 Personen und Koffern und Fischen auf den knapp 15 Sitzen eingeklemmt sind. Sind ja nur 2,5 Stunden. Zum Glück kennen wir uns alle inzwischen recht gut und wenn nicht dann jetzt…
Ach auf den Schoß? Der Fisch? Sie? Beide?
Selbst die letzte Laotin ist nicht sicher, wie das noch gehen soll, doch am Ende sind wir zurück in Pakse und beziehen mit unseren neuen französischen Freunden je einen Bungalow. Günstig. Zu günstig. Wir haben Schimmel, keinen Wasserhahn – sie haben eine verschimmelte Matratze („there was flood 4 years ago sorrriiii“) und kein Fenster. Also schon Fenster aber ohne Scheibe. Sie haben gewonnen.

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