2022,  Türkei,  Unterwegs

Kuşadası, Effesos und Pamukkale

Kusadasi und das Davutlar Hamam

Nach einer Regenfahrt von Izmir verbringen wir den Regentag anders als geplant nicht am angesteuerten Stellplatz mit heißer Dusche bei Kusadasi, sondern auf der Suche nach lokalem Essen in der Stadt und landen in einem Restaurant, dessen Karte uns gefällt, genug Abstand hat und warm ist.
Bei der Bestellung stellt sich heraus, dass es nur Burger gibt.
Soviel zu Türkisch essen gehen.
Am Ende werden die Burger als Selbstbausatz mit Tütensoßen geliefert, so dass es auf unsern Tellern vermüllter aussieht als im Schnellrestaurant. Dabei sollte das unser Frühstück (um 15 Uhr) werden.
Dann belohnen wir uns halt mit einem Kaffee auf dem Pier. Vorher noch ein paar Hunde gestreichelt, die uns daraufhin folgen. Dann durch die Sicherheitsschleuse, Taschen abgeben. Pieeeep. Egal… der Hund ist eh schon durch und jagt die Katzen im ersten Café durch die Gäste.
Wohin?
Nein das ist nicht unser Hund.
Schnell ins Café. Tür zu. Starbucks. Auch gut.
Lecker und hier verdammt günstig.
Wir nutzen die Zeit, um nach einer heißen Dusche zu googeln und finden das Hamam von Aladin und Fatyma. Die Bewertungen und Preise sind klasse. Eine kurze WhatsApp und der Termin in 2 Std steht. Bis dahin bummeln wir an der Promenade entlang, wo die Wellen hinauf schlagen, schauen Statuen an und bestaunen den Stadtteil am Hang, der in Regenbogenfarben gestrichen ist. An der Promenade stehen schöne Skulpturen und das Meer schlägt mit voller Gewalt große Wellen auf die Promenade.



Im Hamam gehts nach der Sauna ans Schrubben. Aladin schrubbt uns gefühlte 2 Kilo leichter und albert mit uns herum. Übergießt uns mit warmen Wasser und nach der ausgiebigen Schaummassage könnte ich eigentlich direkt ins Bett, aber wir haben noch die Ölmassage dazu gebucht. Nach 2,5 Stunden sitzen wir Tee trinkend mit Katzen auf dem Schoß und Anekdoten austauschend vor dem Ofen. Dann füllt Aladin unser onboard Wasser auf, schaut sich den Bus an und gibt uns seine Karte. „Wenn ihr Hilfe braucht, ich bin 24h erreichbar“. Was für ein Erlebnis. Absolut zu empfehlen.

Aydin Millipark

Am nächsten Morgen gehts kurz zur Zeusshöhle bevor wir in den Aydin Millipark fahren, der in Schwimmnähe von Samos liegt und wo ne Menge Wildschweinis herumlaufen, bevor wir uns auf den Weg zu Ephesos machen…

Ephesos

Jetzt gehts endlich zum Highlite: Ephesos. Dass das hier normalerweise zurecht ein Touristenmagnet ist merkt man schon an der Unmenge an Souvenirshops und Menschen, die einen in der jeweiligen Heimatsprache versuchen Unsinnigkeiten – auch mittels Lügen – zu verkaufen. Da wird erzählt man müsse unbedingt ein Taxi nehmen, weil das andere Ende 3km weit weg wäre (vielleicht mit dem Taxi außen rum) und man dann immer abwärts ginge den hohen Berg (also das Hügelchen). Wenn man dann den heftigen Eintritt von 120 Lira plus Parkgebühr – (was in Euro dennoch ok ist) – bezahlt hat erlebt man eine archäologische Site wie wir es bisher (in Europa) nicht gesehen haben, weder in Griechenland noch in der Türkei. Während Pergamon uns wegen der gewaltigen Mauern beeindruckte, war es hier die wiederaufgebauten Teilstücke gepaart mit marmornen Prachtstraßen, die zum ersten Mal eine richtige Vorstellung vom Leben gaben. So liefen wir alsgleich als schwerreiche Römer vom gewaltigen Theater mit klimpernden Schwert und Silberbeutel am Rock die Straßen unserer Stadt zur Celsius-Bibliothek hinab. Da zweigeschossige Gebäude, das ein Österreicher einst rekonstruierte ist das Highlite neben dem Theater und wir hatten das Glück alleine dort zu sein, abgesehen von einem Dutzend Katzen. Die Schilder waren sehr aufschlussreich, auf deutsch und wir bestaunten die Stadtlatrinen, die Pferdewagen beruhigte Zone mittels verengtem Tor, das kleine Theater für Politik. Diskussionen, viele Inschriften, den Hafen, die riesige Kathedrale, die gigantischen Fronten des Stadions und und und. Nur die Hanghäuser mit ihren Wandbemalungen für nochmalige 55 Lira ließen wir aus. Irgendwann ließen wir unsere Stadt in Ruinen zurück, wie es sich für einen Römer geziemt und verbrachten stattdessen den Abend im 9 km entfernten überbewerten Sirince, das uns von Aladin empfohlen wurde. Dann ging es zurück an den Strand zur Wiedervereinigung mit Sarah und Tobi, die wir schon drei Tage nicht mehr gesehen hatten und wir haben ausprobiert wieviele in so einen VW LT passen: 7.

Pamukkale

Es gibt Orte, die man seit Jahrzehnten sehen will. Lange bevor es Instagram gab und für die man einzig fast in die Türkei geflogen wäre.
Da ist die Erwartung sehr hoch und extrem tief war der Fall. Pamukkale war die größte Enttäuschung unserer gesamten Reise seit 2019. Das kann an uns und den Erwartungen liegen, andere Freunde zB empfanden anders.
Dass es wirklich fast kein Wasser mehr in den Becken gibt, während unten ein Thermal und Spaßbad nach dem anderen aus dem Boden schließt, wird doch nichts miteinander zu tun haben?
Ich freute mich auf natürliche Becken, davon gab es ein paar. Auf leuchtendes Blau, das gab es selbst mit Filter nur in einem Beton Becken. Auf Wasser. Das gab es nur ganz außen bei ein paar abgelegnen Becken, denn das Wasser wird kontrolliert von Menschen hergeleitet. Bei 120 Liter die Minute auf der überraschend großen Anlage von mehr als 1 km Länge wenig.
Eigentlich sollte man nicht versuchen irgendwelche Ausschnitte zu posten, wo s wirklich gut aussieht, damit überhöht man die Erwartungen der nächsten. Haben wir trotzdem gemacht.
Barfuß bei Eiseskälte über die schroffen Rillen nach oben ist schmerzhaft. Die Verkäufer oben wie unten, sind nervig. Nein ich will keine Fotos mit Engelsflügel. Wo ist der Zusammenhang?
110 Tl Eintritt. Nochmal 100 TL wenn man in einem autobahnraststättengleichen Pool hinter der Anlage oben baden will.
Nein, ich will nicht Paragliden und kein Buch.
Hast du keine Erwartungen dann ist Pamukkale riesig. Die Hotels die mal mitten in den Becken standen und weshalb es noch alte Beton Becken gibt sind zum Glück abgerissen worden und überkalkt. Früher lag eine große Stadt hinter den Felsen. Kann man besichtigen, kostet noch mehr.
Sind steinemüde. Mit Moin moin und Hummel Hummel will man uns etwas verkaufen. Kein Bedarf nachdem der Camping den Preis einfach mal verdoppelt hat. Die Pizza das dreifache kostet und nicht annähernd nach Restaurantpizza schmeckt.
Wir sind da gewesen. Ist ok. Haben s mal gesehen. Und da wir die einzigen sind, die von unten hochlaufen, haben wir auch lange Zeit das zu großen Teilen eiskalte Wasser für uns gehabt, das in manchen Pfützen stand. Und n Hund. Natürlich…

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