2019-2023,  2023,  Kolumbien,  Südamerika,  Unterwegs

Santa Marta, Kolumbien

Wenn man sich die Karibikküste vorstellt, dann stellt man sich für gewöhnlich keinen eher nach Dreck als nach Sand aussehenden Strand im Industriehafen vor. Das Wasser sieht aus wie in der Nordsee und die Stadt stinkt an den meisten Ecken nach Scheiße. Das kommt von den Unmengen an Obdachlosen und Armen, die in ihrer Not in Eingängen und Ecken kacken. Das gibt der Stadt einen unvergesslichen Geruch. Erst etwas verspätet haben wir die “Meile” gefunden, in der die Bars und Restaurants sind.

Es ist ziemlich ersichtlich, warum Santa Marta nur ein Hub für die vier Ziele ist, die du von hier aus erreichst. Das ganz nette Minca ca 45 Minuten hinauf in die Berge, Taganga ca 20min über eine Kuppe am Meer, der Tayrona Nationalpark und die Wanderung zur verlorenen Stadt, sowie Palomino und für die Verwegeneren die Karibikwüste Guarjira.

Unter dem Titel “warum ich hässliche Städte mag” hat jemand im Internet Santa Marta beschrieben. Dier Altstadt ist im Vergleich zu Bogotá, was wir bisher als einziges in Südamerika gesehen haben, fast nicht existent. Ja sie ist da und manchmal auch ganz nett, aber ganz sicher keine Reise wert, wenn man nicht zu einem der vier Ziele reisen möchte.



Eines dieser Ziele ist Taganga. Taganga ist zwar nicht so hässlich wie Santa Marta, aber der Strand ist auch nicht viel schöner. Hauptsächlich ist dieser belegt durch Ausflugsboote zum Nationalpark oder Playa Grande, den man auch über eine ca 20minütige Wanderung über einen Hang erreicht. Durch ziemlich viel Müll und – wie ist es anders zu erwarten – Scheiße, geht es über den Hang, an dem man einige sehr große Echsen sehen kann, zum Strand hinüber, der am Wochenende so voll ist, dass man ähnlich eines Kinos Stühle in Reihen aufstellt, damit überhaupt alle Menschen Platz haben.

Der Strand ist genauso unschön wie das Meer an sich. Es ist halt da und wenn man auf dem Wanderweg im Duft eines frischen Kothaufens und den in Unmengen von Müll herumlaufenden Echsen auf die Bucht hinab schaut, dann sieht das ganz kurz ganz nett aus. Mehr aber auch nicht. Auf dem Weg zu diesem Strand kann man vorher auch zu einem kleineren Strand abbiegen, der nicht von Booten angefahren wird und daher netter ist.

Hier kann man auch die Pelikane beobachten, die an den Strand von Taganga fliegen, um dort auf den Booten zu sitzen. Auch die kleinen grünen Papageien, die auf den Kakteen herumtollen sind den Ausflug wert.

Das Städtchen selbst ist abseits der geteerten Straßen sehr rudimentär. Es gibt ein paar nette Orte, aber nichts, was sie Reise hierher rechtfertigen würde.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert