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Alcoys Umgebung

Wir haben in der Umgebung von Alcoy mehrere Orte besucht und uns insgesamt eine Woche in der Gegend aufgehalten. Dabei haben wir Wasserfälle, mittelalterliche Städte und Wanderwege besucht. Haben an Picknickplätzen und bei einem belgischen Paar mit privatem Stellplatz geschlafen und haben wundeschöne aber auch furchtbar vermüllte Orte gefunden. Einmal lag ein Ast auf der Straße, an dem ein Zettel befestigt war. Ein kleiner Spaziergang brachte Aufschluss: Eine Brücke war eingestürzt.
Alcoy selbst ist für uns zuerst eine Überraschung gewesen: Erst einmal hatten wir uns über eine kleine Straße unglaublich hoch in die Berge gearbeitet, nur um hier oben auf einen Autobahn und eine Stadt zu treffen, die auffälig viel Industrie hatte. Google erklärte dann, dass es sich um eine Unversitätsstadt handelt und wegen der vielen Flüsse hier früh alle Arten von Mühlen angesiedelt waren für Papier und Farben. Überall in der Gegend findet man Ruinen der alten Fabriken. Aber auch heute ist ein Großteil der Stadt industirell geprägt und wir haben erst nach zwei Tagen den anderen, den lebendigen Teil der Stadt entdeckt.

Von Alcoy aus haben wir uns über mehrere Berge und Park Natural Richtung Süden gearbeitet.

Barranco De L’encantada bei Planes


Wir besuchen Barranco De L’encantada in der Nähe von Planes. Ca 20 km von Alcoy entfernt. Die Einfahrt ist direkt vor einer Brücke und obwohl es ein Schild gibt, sind wir daran vorbei gefahren. Es gibt keine Parkplätze und man darf nicht bis zum See ranfahren. Am Wochenende ist es recht voll.



Der kleine See mit seinem Wasserfall, der in ein Becken unter einer Steilwand fällt ist wirklich ganz nett, aber viel interessanter wird es wenn man eine halbe Stunde weiter wandert.
Halte dich dafür auf der Straße und laufe ca 300 Meter weiter. Bevor die Straße nach rechts unten führt biegst du links ab und wanderst hier oben entlang des Flusses ca 20 Minuten Flussabwärts. Unterwegs siehts du bereits mehrere Bedemöglichkeiten, aber Achtung: Es ist extrem kalt.

Bei einer Ruine angekommen, fließt der Fluss durch eine Klamm. Hier ist das Wasser extrem türkis und hunderte wilder Bienen tanken hier Wasser. Die Klamm von hieraus zu druchschwimmen ist nicht möglich.

Blick von vorne

Stattdessen musst du weiter über den Berg zu deiner linken steigen. Oben angekommen gibt es linkerhand einen Pfad, den man schwer erkennt. Hier kannst du dich ins Tal hinabarbeiten, wobei du schon von hier wunderschöne Becken siehst.

Blick hinter ins Tal


Das türkiesblaue Wasser ist wie gesagt eiskalt und eingebettet in einen Wald von Orleander Bäumen mit ihren pinken Blüten.
Im trockenen Flussbecken gehst du in einem Bogen nach rechts. Es gibt einen Pfad. Wenn du dich durch Bäume kämpfen musst, bist du zu früh abgebogen.


Bitte, bitte halte die Gegend sauber. Kein Müll, kein Klopapier und besonders keine Feuchttücher. Muss man eigentlich nicht sagen.
Bedenke, dass die Kälte dir evtl Probleme bereitet, wenn du durch die Klamm schwimmst. Du kannst unterwegs dann nicht kurz an den Rand. Und es gibt keinen Empfang. Nutze deinen Menschenverstand.
Ob du eine Badehose brauchst, entscheidest du mit Fingerspitzengefühl.
In unserem Fall ging beides.

Der Ort ist wirklich schön. Das gilt auch für die andere Richtung mit ihren türkisen Becken.

Die Klamm
… und wieder hinauf

Embassament de Beniarrés

Der Stausee daneben hat uns nicht so überzeugt. Man kann zwar mit dem Auto direkt an den See fahren, was auch viele Angler tun, aber der Müll, der sich hier türmt, die Scherben und die Exkremente sind rekordverdächtig.
Vor der Staumauer rechts ab, gibt es noch einen Badestelle an einem Fluss. Hier kann man im Wildwasser baden.

Park National de la Serra Mariola

Die Serra Mariola ist ein Gebirge westlich von Alcoy. Wir sind von süden auf den Berg hinau gefahren. Kleine einspurige Serpentinen führen hinauf zu einer Area Recreativa, an der wir zwei Nächte blieben. Von hieraus kann man einige Wanderungen in der Umgebung unternehmen, was am Wochenende hunderte Wanderer und Radfahrer tun, die dabei die Sonnenblumen von den versteckten Sonnenblumenfeldern mopsen. Danach und davor wurde in großen Gruppen gepicknickt (ja trotz Panedmie).
Nur wenige hundert Meter von dem Platz entfernt, gibt es einen pivaten Stellplatz bei einem belgischen Paar, wo wir 3 Tage blieben. Dieser schöne Ort für 12Euro mit Pool und vielen wunderschönen Sitzmöglichkeiten und nicht zuletzt einer heißen Dusche ist eine wirkliche Empfehlung.

Bocairent

Die Serra Mariola haben wir nach Norden verlassen, weil wir eigentlich zu den blaue Becken Pou Clar bei Ontinyent wollten. Diese waren sampt Parkplätze wegen Corona gesperrt. Stattdessen kamen wir an Bocairent vorbei. Diese mittelalterliche Stadt bietet von der Hauptstraße bzw vom Friedhof aus, einen außerordentlich schönen Anblick. Wegen der aktuellen Lage war die Stadt leer. Für gewöhnlich kann man hier dutzende Höhlen besuchen, die sich in den Hügeln um die Stadt herum befinden. Da ist eh alles durchlöchert. Die Menschen haben hier schon immer in die Berge gegraben, um zu wohnen und zu lagern. Leider waren auch die geschlossen. Ein tollen Anblick bot dann noch die Kirche auf dem Berg hinter der Stadt.
Wir sind leider falsch abgebogen und mit dem Van direkt in die Altstadt.

Der lange Weg zur Kriche mit Kapellen in jeder Serpentine

Banyeres de Mariola

In Banyeres de Mariola gibt es eine weitere Area Recreativa. Also Picknickplatz mit Duschen, Klo und Campingplatz, der am Wochenende 1-3 Euro Eintritt kostet. Hier fließt ein Fluss hindurch und wie überall um Alcoy herum gibt es hier wiederum eine Ruine einer alten Papiermühle.



Wir wollten statt dessen zu einem Ort am oberen Ende der Stadt. Dort gibt es noch einen Parkplatz und man darf inzwischen nicht mehr bis an den Fluss ran fahren. Stattdessen schnappten wir uns unserer Räder und wollten einen heimligen Platz mit Wasserfall finden, der uns von den Belgiern empfohlen wurde. Leider haben wir es nicht geschafft, dorhin zu kommen, weil inzwischen alles abgesperrt ist und wir uns nicht getraut haben illegal durch eine weitere alte Papierfabrik zu laufen. Außerdem war es schon recht spät. Stattdessen stellten wir unsere Räder ab und folgten ein paar Wanderwegen und kamen so an einer wunderschönen glasklaren Quelle, die aus einer Höhle entspringt.

Glasklares Wasser
Die Quelle


Xorret de Catí

Am nächsten Morgen picknicken wir am Besucherzentrum auf dem Berg des Parque Natural del Carrascal de la Fuente Roja und fahren dann über Alcoy im Bogen nach Castella, um von hier aus hinauf auf die Berge von Xorret de Catí zu fahren.

Der Weg über diese Berge rüber nach Pedre /Elda hat unglaubliche Berge zu bieten. Immer wieder unfassbare Formationen. Eine Furt und ihr dazugehöriges Flussbett sehen aus als wären sie aus Kies und Beton gegossen.

Dann geht es langsam hinunter und neben uns schneiden sich Canyons wie Risse im Sand in die Landschaft. In diesen Höhlen und Seiten der Canyons haben Menschen Höhlen gegraben und Häuser unter der Erde errichtet, so dass oft nur der Schornstein aus der Erde ragt.

Die Straße führt über das Haus, das in den Rand des Canyons gegraben wurde

Wie ausgespülter Sand geht der Weg entlang Canyons

Rincon Bello

Die Area Recreativa, die wir jetzt ansteuern ist wirklich schwer zu finden. Alle unsere Navis führen uns in Sackgassen, Sandwege, Forstwege und in Flussbetten. Am Ende schaffen wir es von Petre aus über die Berge Richtung Agost zu gelangen. Ganze 2 Stunden hat uns die Suche nach der richtigen Straße gekostet. Die Area ist dafür sehr gut ausgestattet. Hier können wir (kalt) duschen und es gibt besonders schöne gewaltige Felsen, an denen viele Kletterer tagsüber in den Seilen hängen.


Ein Wanderweg führt an der Area hinab und dort ist in einen riesigen Findling ein Haus hinein gebaut worden.

Der weitere Weg hinab in eine Klamm ist nicht mehr gefahrlos begehbar, das die Felswand herunter kommt. Ob das an den Unmengen von Haken liegt, die die Bergsteiger hier hinterlassen haben und die die Steinplatten abplatzen ließen, lässt sich für uns nicht klären.


Es gibt in mehreren Richtungen Wanderwege, besonders auf die unglaublich schönen Berge hinauf, deren roten Felswände im Abendlicht magisch leuchten. Sobald die anderen gefahren sind, fühlt man sich vollkommen allein in dieser schönen Natur.

Auch wenn wir immer schreiben „hinauf und hinab“, so befinden sich all diese Gebirge selbst wenn ihr unten seid, dennoch auf einem Plateau. Hinab an die Küste geht es noch viel weiter hinunter.

Kleine Annekdote:
Als wir die Berge hinab fuhren sind wir scheinbar in ein kleines Manöver des Militärs geraten und der Soldat der auf uns zielte als wir um die Ecke auf eine mittelalterliche einspurige Brücke einbogen, nutzte die Chance sich im Schutz unseres Wagens im Laufschritt, dem Feind auf der Brücke zu nähern.

Infos:
Privater Stellplatz Serra Marriola
Casa Las 2 Salchichas +34621206372 Ca. 12 Euro die Nacht

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