2020,  Thailand

Flucht nach Krabi / Ao Nang

Wir kommen in Krabi an und werden auf die Busse verteilt. Die Airportbusse kosten 50.000 nach Ao Nang, wo Yvi uns auf der Busfahrt einen Bungalow in ihrer Unterkunft klar macht.

Wir gehen am ersten Abend gleich baden und merken, dass die Klientel hier ganz anders ist, als auf unserer übrigen Reise.

Die Landschaft allerdings ist schön, allerdings eher weiter hinten. Vorne ist alles zugeknallt und günstig ist hier auch nichts. Ute und ich wandern den einen Abend weit hinter und sind alleine am Strand mit Millionen von Krebsen, die vor uns weg laufen. Das Wasser ist so flach, dass wir nur planschen können. Aber unter den Bäumen am Strand kann man wunderbar in der Hängematte hängen.
Die einzigen Gäste am Strand sind jetzt Einheimische, die zum picknicken her kommen.



Die 1000 Fälle werden überschritten und wir drängen Arthur und Charlotte sofort Laos zu verlassen und sie schaffen es mit dem letzten Flieger noch nach Bangkok einzureisen. Dort allerdings ist Schluss für sie. Sie waren am Überlegen, ob sie nachhause reisen oder bleiben. Als sie sich entscheiden zu bleiben, haben wir uns wiederum dagegen entschieden.



Die Entscheidung:
Als Yvi, Ute und ich uns am Strand treffen um eine Entscheidung zu fällen versuchen wir zuerst heraus zu bekommen, was die Entscheidungskriterien sind. Ansteckungsgefahr? Gefahr vor Ausschreitungen? Reisemöglichkeiten? Budget? Stress?
Es stellt sich bald heraus, dass ausschließlich das Budget entscheidend ist.
Wir glauben den Rest könnten wir in den Griff bekommen. Wir haben tolle Unterkünfte, sogar mit Pool gefunden, in denen wir für weniger als 30 Euro die Nacht leben könnten. Lange leben könnten, ohne andere zu treffen. Wir könnten Kochen und an Ausschreitungen glauben wir nicht wirklich. Auch der Stress, der uns gerade zu schaffen macht, würde bei einer endgültigen Entscheidung wahrscheinlich abfallen.

nichts los in AO Nang



Das Budget allerdings wird schmelzen. Es geht nicht um 1-2 Monate. Das ist kein Problem. Wir schätzen, dass unsere Ausgaben auf 70% sinken würden, aber wir versuchen anhand der wenigen Fakten, die wir haben abzuschätzen, wie lange es nicht möglich sein wird weiter zu reisen.
Wir beobachten dafür Länder, die lange schon damit zu kämpfen haben wir Korea und Japan. Fast drei Monate. Wir schauen auf die Emirates Seite und sehen, dass sie bis zum 31.3. kostenlose Umbuchungen erlauben usw.
Für uns wird klar: Selbst wenn es in 2 Monaten wieder besser ist, werden die Grenzen ganz sicher nicht alle wieder frei passierbar sein. Das wird evtl länger dauern. Eventuell sogar 6 Monate. Aber selbst bei drei Monaten (das Visum mal ganz aussen bei) wären die Kosten, des verbrauchten Geldes hier langsam höher als ein Heim- und Rückflug. Besonders weil wir inzwischen von 4-7 Monaten ausgehen, bevor man wieder komplett frei reisen kann ohne unbeschaffbare Gesundheitszeugnisse, Einreisebeschränkungen und ähnlichem. Dieser Punkt führt zu dem Entschluss doch abzureisen.



Wir buchen also einen Flug bei Ehithad Airways für 370 Euro über Abu Dhabi, was gerade noch recht günstig ist für den 31.3. Eine lange Zeit, da wir gerade erst den 20. haben,
Ute Geburtstag, der sehr stressig verläuft . Einzig das Personal, das morgens mit einem Kuchen vor der Tür steht und Ute ein Ständchen singt gibt ein wenig Geburtstagsgefühl.
Stattdessen Stress bei der Buchung. Die Zahlung scheint nicht funktioniert zu haben und doch bekomme ich Tickets. Gleichzeitig hatten wir überlegt mit Emirates zu fliege, weil man dort bis zum 31.3. sein Geld zurück bekommt. Da der Flug aber über Bangkok geht sind wir nicht sicher, ob wir dem am 31. über inländische Flüge überhaupt noch erreichen würden.
Jetzt überlegen wir, ob wir Emirates – von denen wir sicher sind, dass die den Betrieb nicht einstellen werden vorm 31.3. – zusätzlich buchen und notfalls davor stornieren.

Wir lassen uns eine Nacht dafür Zeit und am nächsten Morgen erfahren wir, dass Emirates den Betrieb eingestellt hat. Ab dem Moment bin ich nicht mehr sicher, ob wir nachhause kommen. Yvi denkt positiv.

Wir beschließen eine Bootstour zu den schönen Inseln zu machen, um uns abzulenken. Ein wenig anstrengend mit den Masken, aber wir können tatsächlich an ein wenig anderes denken. Ute ist geschockt, dass Releigh Beach, wo sie 2006 gewesen ist jetzt komplett zugebaut ist mit Luxusresorts. Von dem, nur mit dem Boot erreichbaren Strand, ist nur nich wenig frei begehbar und selbst jetzt liegen hier noch hunderte Boote.



Ansonsten sind die Inseln wahrscheinlich so leer wie nie und wir genießen den Tag und zum ersten mal auf dieser Reise denken wir nicht “ wie schön muss das hier mal gewesen sein“, sondern „krass, wie schlimm, muss das hier wohl sonst sein“.

Am Abend erfahren wir – allerdings nur über die sozialen Netzwerke und einige News – dass Abu Dhabi geschlossen wird. Wir bekommen erst zum 31.3. die offizielle Absage. Eine Taktik, die viele Airlines zur Zeit haben und damit niemandem mehr eine Chance zum Umbuchen geben.
Wir buchen dagegen sofort den letzten buchbaren Flug mit Thai Airways. Wir wollen unbedingt einen Direktflug aus Phuket, damit nicht noch einmal die Gefahr besteht, dass Knoten zu gemacht werden oder dass Inlandsflüge zum Abflughafen nicht mehr gehen.


Wir kriegen nur noch einen Flug am 1.4.
Die Franzosen haben einen am 30.3. bekommen, der bereits auf den 31.1. verschoben wurde und haben mitbekommen, dass Thai Airways die Flüge am oder nach dem 1.4 einstellt. Stress kommt auf. Es ist noch so lange hin.

Wir holen uns einen Roller und ich fahre erst mit Ute und dann mit Yvi einkaufen beim Tesco, wo wir einen Deutschen treffen, der seit 18 Jahren hier lebt und die Lage für uns einschätzt. Er bestätigt auch noch einmal, dass er keine Ausschreitungen erwartet, dass aber 80.000 Menschen aus Bangkok auf s Land geflohen sind, was eine große Gefahr beinhaltet.


Ute und ich gehen nochmal bei der Touristen Polizei vorbei und versuchen zu erfahren, ob wir bei einem Logdown noch nach Phuket kommen würden. Sie ist sich sicher, aber wie man schon ahnte, kann sie das gar nicht wissen und so wird es auch sein.
Gleichzeitig haben wir großen Stress, weil in allen Automaten und bei allen Zahlungen unsere beiden übrigen Kreditkarten nicht mehr angenommen werden. Es sind die beiden, die Ute im Massagestudio als „falsch einsortiert“ erkannt haben will. Auch Telefonate mit der Bank bleiben erfolglos. Angeblich ist alles ok. Wir sind dankbar, dass wir eine App zum kostenlosen telefonieren nach Deutschland haben, dank eines Tipps einer Schweizerin von der Büffelfarm.
Nach x Anrufen stellt sich heraus:
Die DKB Karte und die Santander Karte gehen beide nicht, weil beide Chips plötzlich kaputt sind. Sie gehen zwar über den Magnetstreifen, aber das muss Santander für 24 Stunden frei schalten.
Die Maestro Karten gehen nicht, weil man nur 100 Euro am Tag abheben kann bei einer Gebühr von über 10 Euro.
Die Postbankkarten, die im Notfall funktionieren sollten, gehen gar nicht, weil sie keinen Chip haben.
So bezahlen wir das Hotel, indem wir zwei weitere Nächte über Agoda buchen und leihen Geld von Yvi.


Ute und ich gehen den nächsten Tag noch einmal an den Strand u etwas Entspannung zu bekommen, was natürlich nicht klappt. Wir wollen abends nochmal beim Schneider vorbei, denn wenn ich schon nachhause fahre, kann ich auch endlich mal die Gelegenheit nutzen, mir einen Anzug machen zu lassen.
Als wir abends nachhause kommen hat Yvi zwei Momente gehabt, die unsere Entscheidungen beeinflussen.
Die Dame an der Supermarktkasse betont, dass sie morgen auf habe.
Erst dadurch erfährt Yvi von einem Logdown morgen.
Wir fragen am Hotel, ob die Busse nach Phuket noch fahren würden. Sie können das für morgen zusichern danach aber nicht mehr.
Also müssen wir früher abreisen. Wir buchen eine 4 stündige Busfahrt für 400 pro Person, um nahe genug am Flughafen zu sein, um bei einem Logdown den Flug noch antreten zu können. Also nichts mehr mit James Bond Insel. Und das Hotel bietet mit an das Geld für die eine Nacht zurück zu bekommen, ich müsse nur bei Agoda nachfragen, dann könnten sie das frei geben. Als Agoda das machen möchte, verweigert das Hotel die Rückzahlung. Unglaublich. Gleichzeitige fragen wir im Hotel, ob der bei ihnen gebuchte Bus auf jeden Fall fährt auch wenn zu wenige mitfahren.
Natürlich. Das Ergebnis: Das Busunternehmen holt uns ab und kassiert die 400 und kauft davon ein Ticket im Linienbus für 120 Baht. Das Geld vom Hotel sehen wir nie wieder. Das Busunternehmen möchte uns erst nicht mitnehmen, weil bei 40 Grad Ute nunmal ein wenig wärmer ist am Kopf und sie 38 Grad in der Hitze für zu hoch halten. Ich dagegen habe abwechselnd 34 und 37 Grad. Also teilweise praktisch tot.




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