2019-2023,  2023,  Peru,  Südamerika,  Unterwegs

Traumhafte Wanderung nach Aguas Calientes – Machu Picchu Pueblo

Da der Zug zum Machu Picchu unfassbare Preise verlangt, gehen wir den Weg von hunderten Reisenden, die die 150 km Umweg in Kauf nehmen, um entlang der Zugstrecke von hinten nach Machu Picchu Pueblo (Aguas Calientes) zu laufen.
Was zuvor nur wie eine günstige Alternative wirkte, entpuppte sich als sehr schöner Weg. Wenn auch die atemberaubenden Ausblicke aus der stundenlangen Fahrt zum Startpunkt der Wanderung nicht über die tausenden von Serpentinen hinwegtäuschen sollten.


Da es ab 9.30 Uhr eine Straßensperre gibt, wird unsere Abfahrt von 6 Uhr auf 3 Uhr nachts verschoben. Zum Glück steigen wir erst in Ollantaytambo zu. Da ist es dann immerhin schon 5 Uhr.
Die letzten 2 Stunden der Fahrt gehen über eine Buckelpiste, die direkt am Abhang hängt. Weil ein chinesisches Unternehmen hier gerade die Straße ausbaut, hängen wir nicht selten mit den Räder knapp am Abgrund, während sich Trucks vorbeidrücken.
Weit unten im Tal schlängelt sich der Urubamba Fluss, den wir entlang wandern werden und der zuvor durch das heilige Tal floss. Atemberaubende Landschaften. Normalerweise kommt man gegen 14 Uhr am Ziel an, durch die Sperrung sind wir schon um 9 Uhr da, was einen enormen Vorteil für uns hat: Wir können uns, wenn wir am Fuss des MP angekommen sind, schon heute für eine Karte für morgen anstellen und müssen nicht eine weitere Nacht dort schlafen.


Nach der Registration beginnt die 10-12 km Wanderung, entlang des meandrierenden Urubambas um den Machu Picchu herum.
Der Zug schlängelt sich hier am Fluss entlang und daneben befindet sich der gut ausgebaute Wanderweg.


Erfreulicherweise findet man alle paar Kilometer irgendetwas zu essen oder trinken. Sogar Eis gibt es.
Die ganze Zeit schauen wir hinauf und können nur tiefere Terassen erkennen. Aber von der bekannten Stätte erkennen wir nichts.
Erst auf dem Rückweg werden wir von Anfang bis Ende die Ruinen erkennen, die immer da waren, aber ohne Wissen nicht als solche indentifiziert werden können.

Wir lassen uns Zeit. Lernen Menschen aus Osaka, Israel, Peru und Bayern (Südamerikaner die in Bayern leben) kennen. Die Deutschen erkennt man leider wieder daran, dass sie als einzige stur wegschauen, wenn man ihnen an einsamen Ecken begegnet.


Das spannende an dem Weg ist, dass man sich plötzlich wieder in tropischer Vegetation bewegt. Während nur 30 km weiter (Luftlinie) in Ollantaytambo es eher kühl ist. In den Bäumen toben tropische Vögel und es ist angenehm warm.
Machu Picchu liegt als genau auf der Scheide zwischen kargen kühlem und warmen tropischem Wetter und Vegetation.
Einen Zug treffen wir erst am Ende.


Als wir in Aguas Calientes eintreffen, geht der im Internet total konfus beschriebene Kampf um eine der 1000 täglich verfügbaren Karten los. Am Ende ist es alles viel unspektakulärer als gedacht. Nach drei Stunden haben wir die Karten für den nächsten Tag, statt monatelang im Voraus zu buchen.

Wer den Weg mit einem niedrigen Budget ebenfalls gehen will und ebenfalls viele Fragen dazu hat kann dazu unseren ausführlichen Podcast anhören oder unseren Beitrag im Blog lesen.

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